Delfine, Eiswelt und ein Rock’n’Roll-Abend in Pattaya

Heute war wieder so ein Tag, an dem Pattaya mir gezeigt hat, dass diese Stadt nicht nur aus Beach Road, Neonlicht und wilden Nächten besteht. Klar, genau dafür liebe ich sie auch – aber manchmal braucht man tagsüber ein bisschen Abwechslung, bevor man sich am Abend wieder ins Chaos stürzt. Und weil Dienstag bei mir Ausflugstag ist, wollte ich heute bewusst raus aus dem üblichen Rhythmus.

09:00 Uhr – Kaffee, Sonne und ein lockerer Start

Der Morgen begann langsam. Kein Wecker, kein Stress, nur dieses warme Pattaya-Licht, das schon früh durch die Vorhänge drückt. Unten auf der Straße hörte ich Motorbikes, irgendwo klapperten Teller, und der Duft von gebratenem Reis hing wie immer in der Luft. Ich gönnte mir erstmal einen Kaffee und checkte den Plan für den Tag: ein bisschen Show, ein bisschen Staunen, später gutes Essen am Meer und am Ende ein paar Drinks mit Rockmusik statt Club-Bass.

Gegen zehn schrieb mir Fon, eine hübsche Thai aus Naklua, mit der ich schon ein paar Tage locker Kontakt hatte. Keine große Romanze, kein Drama, nur dieses typische Pattaya-Flirten mit Emojis, kleinen Neckereien und der offenen Frage: „What you do today?“ Als ich ihr vom Ausflug erzählte, war sie sofort dabei. „Dolphins? I like!“ schrieb sie zurück. Damit war der Tag entschieden.

11:00 Uhr – Pattaya Dolphinarium: Show, Lachen und nasse Überraschungen

Das Pattaya Dolphinarium liegt etwas außerhalb des direkten Stadttrubels, und genau das tat gut. Schon die Fahrt raus fühlte sich anders an: weniger Neon, mehr Straße, Palmen, kleine Shops und dieser trockene heiße Wind, der einem am Vormittag durchs Taxi-Fenster entgegenkommt.

Fon war bester Laune. Sie redete die ganze Zeit über Delfine, machte kleine Videos vom Eingang und lachte über meine eher mäßigen Versuche, ein paar Thai-Wörter korrekt auszusprechen. Drinnen war die Stimmung überraschend entspannt. Familien, Paare, Touristen, ein paar Expats – eine bunte Mischung, aber nicht hektisch.

Die Show selbst war sauber organisiert. Delfine und Seelöwen, Musik, Applaus, Kinder, die völlig ausflippten, sobald ein Tier aus dem Wasser sprang. Fon saß neben mir und klatschte fast enthusiastischer als die Kids in der ersten Reihe. Als einer der Delfine mit einem Ball spielte und das Publikum nass spritzte, bekam sie ein paar Tropfen ab und tat so, als wäre sie komplett untergegangen. Natürlich musste sie danach ein Selfie machen – ich mit Sonnenbrille, sie lachend neben mir, im Hintergrund blaues Wasser und diese typische „Touristen machen heute mal etwas Harmloses“-Atmosphäre.

Es war kein wilder Adrenalinkick, aber genau das war der Punkt. Der Vormittag hatte etwas Leichtes. Keine Barrechnung, keine laute Musik, keine Verhandlungen mit Taxifahrern. Einfach eine nette Show, ein bisschen Lachen und ein schöner Start in den Tag.

13:15 Uhr – Weiter zur Eiswelt: Frost Magical Ice of Siam

Nach der Delfinshow wollten wir nicht direkt zurück in die Stadt. Also ging es weiter zu Frost Magical Ice of Siam. Schon von außen wirkt die Anlage etwas surreal: weiße Skulpturen, thailändisch inspirierte Figuren, große Formen, die in der Hitze Pattayas fast fehl am Platz wirken. Genau das machte es interessant.

Draußen brannte die Sonne, aber im Inneren der Eiswelt wurde es plötzlich richtig kalt. Dieser Kontrast war brutal. Eben noch tropische Hitze, Sekunden später Atemwolken und Eiswände. Fon quietschte kurz auf, zog die Schultern hoch und lachte: „Too cold for Thai girl!“ Ich musste ebenfalls lachen, obwohl ich selbst nach wenigen Minuten froh war, dass man dort nicht länger bleiben muss als nötig.

Die Eisfiguren waren fotogen, teilweise kitschig, aber auf eine gute Art. Tempel, Fantasiegestalten, kalte blaue Beleuchtung, glatte Flächen, auf denen sich das Licht spiegelte. Es war so ein Ort, der perfekt für Bilder ist – und natürlich machte Fon ungefähr fünfzig davon. Mal posierte sie vor einer Eisfigur, mal zog sie mich dazu, mal erklärte sie mir, welche Pose „more handsome“ sei. Ich überließ ihr die kreative Leitung. In Pattaya lernt man schnell: Wenn eine Thai-Frau sagt, wo man stehen soll, steht man dort.

Nach einer Weile waren wir beide durchgefroren genug. Draußen traf uns die warme Luft wie eine Wand. Selten fühlte sich Pattayas Hitze so angenehm an.

16:00 Uhr – Zurück in Richtung Stadt und kurzer Stopp am Pattaya Night Bazaar

Am späten Nachmittag ging es zurück Richtung Zentrum. Bevor der Abend richtig begann, schlenderten wir noch durch den Pattaya Night Bazaar. Ich mag solche Märkte, weil sie eine eigene Energie haben: Händler, Souvenirshops, Shirts, Sonnenbrillen, kleine Taschen, Touristen, die handeln, ohne wirklich zu wissen, ob sie gerade gut oder schlecht verhandeln.

Fon steuerte zielstrebig ein paar Stände an, während ich eher planlos hinterherlief. Sie zeigte mir T-Shirts, lachte über kitschige Elefantenmotive und erklärte mir, dass manche Preise „farang price“ seien. Ich kaufte nichts Großes, nur ein kleines Souvenir und eine eiskalte Cola. Der Markt war ein guter Zwischenstopp: nicht zu lang, nicht zu voll, aber genau richtig, um wieder in den Pattaya-Abendmodus zu kommen.

18:30 Uhr – Abendessen im The Glass House Silver

Für das Abendessen wollte ich heute etwas Ruhigeres. Kein Foodcourt, keine schnelle Nudelsuppe, sondern ein Platz mit Meerblick und etwas Atmosphäre. Also fuhren wir zum The Glass House Silver. Die Location wirkt deutlich entspannter als viele Restaurants mitten im Zentrum. Direkt am Wasser, schöne Sitzbereiche, warme Abendluft, leises Stimmengewirr, Tellerklappern und dieser leichte salzige Geruch vom Meer.

Wir bestellten mehrere Gerichte zum Teilen: Seafood, etwas Thai-Spicy für Fon, etwas weniger Selbstmord-Schärfe für mich. Dazu kalte Getränke und der Blick auf den langsam dunkler werdenden Himmel. Fon erzählte von ihrer Familie, von Arbeit, von Bangkok, von ihrem Traum, irgendwann ein kleines Café zu eröffnen. Ich hörte zu, stellte Fragen und merkte wieder, warum solche Abende in Pattaya oft die besten sind: nicht, weil sie spektakulär sind, sondern weil sie echt wirken.

Zwischendurch wurde es stiller. Die Sonne war weg, das Licht im Restaurant wurde wärmer, und am Wasser spiegelten sich kleine Lampen. Fon lächelte mich an und sagte: „Today good day. Not crazy.“ Ich hob mein Glas und antwortete: „Wait. Night is not finished.“ Sie grinste. Genau dieses Grinsen meinte ich.

21:15 Uhr – Rock’n’Roll statt EDM: Tahitian Queen auf der Beach Road

Nach dem Essen brachte ich Fon zurück nach Naklua. Sie hatte morgen früh etwas vor und wollte nicht mehr mit ins Nachtleben. Kein Drama, kein enttäuschtes Gesicht, kein falsches Versprechen. Ein kurzer Kuss auf die Wange, ein „See you maybe“, und dann war sie weg. Genau diese Leichtigkeit ist Pattaya, wenn man nichts erzwingt.

Ich war aber noch nicht bereit fürs Bett. Also ging es weiter zur Tahitian Queen Rock’n’Roll Bar auf der Beach Road. Eine dieser Locations, die nicht versucht, modern, glatt oder Instagram-perfekt zu sein. Hier geht es um Musik, Drinks, Stimmen, Lachen und diese alte Pattaya-Energie, die man in vielen neuen Bars kaum noch findet.

Drinnen lief Rockmusik, nicht zu leise, nicht zu laut. Die Bar hatte Charakter. Kein steriler Club, keine künstliche Rooftop-Eleganz, sondern Holz, Licht, Bewegung und Frauen, die wussten, wie man Gäste unterhält, ohne dass alles wie eine Show vom Fließband wirkte. Ich setzte mich an die Bar, bestellte einen Drink und kam schnell mit May ins Gespräch, einer schlanken Thai mit frechem Lächeln und trockenen Kommentaren.

May fragte, ob ich tanzen könne. Ich sagte: „Only after two drinks.“ Sie musterte mich kurz und meinte: „Then drink faster.“ Pattaya-Humor, direkt auf den Punkt. Wir lachten, redeten über Musik, über Touristen, über die Beach Road und darüber, warum manche Männer nach drei Bier glauben, sie seien zwanzig Jahre jünger.

Später zog sie mich tatsächlich kurz von meinem Barhocker weg. Kein großer Tanz, eher ein lockeres Mitwippen zur Musik, aber es reichte, damit zwei ältere Expats am Nachbartisch anerkennend nickten, als hätte ich gerade eine olympische Disziplin absolviert. May klatschte in die Hände und sagte: „Good enough.“ Das war vermutlich das ehrlichste Kompliment des Tages.

00:30 Uhr – Zurück durch die Nacht

Gegen halb eins war Schluss für mich. Nicht, weil die Stadt müde wurde – Pattaya wird selten müde –, sondern weil der Tag lang genug gewesen war. Vom Delfinarium über die Eiswelt bis zum Abendessen am Meer und Rockmusik an der Beach Road hatte dieser Dienstag alles gehabt, was ich an dieser Stadt liebe: Abwechslung, schöne Frauen, schräge Momente, gutes Essen und Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Auf dem Rückweg war die Beach Road noch lebendig. Motorbikes, Musikfetzen, lachende Gruppen, Taxifahrer, die langsam am Bordstein entlangrollten. Ich ging ein Stück zu Fuß, ließ die Nacht auf mich wirken und dachte: Genau so muss ein guter Pattaya-Tag sein. Nicht perfekt geplant, nicht komplett durchgedreht, aber voller kleiner Szenen, die hängen bleiben.

Und morgen? Wieder neue Orte. Keine Wiederholungen. Pattaya hat genug davon.

Location-Infos zum heutigen Tag

Pattaya Dolphinarium: Eine familienfreundliche Show-Location außerhalb des direkten Stadtzentrums mit Delfin- und Seelöwen-Shows. Gut geeignet für einen entspannten Tagesausflug, besonders wenn man mal etwas anderes als Strand oder Bar sehen möchte.

Frost Magical Ice of Siam: Eine Eis- und Skulpturenwelt bei Pattaya mit starkem Kontrast zur tropischen Hitze. Besonders interessant für Fotos, kurze Besuche und ungewöhnliche Motive.

Pattaya Night Bazaar: Überdachter Markt nahe der Second Road mit Kleidung, Souvenirs und typischem Touristen-Shopping. Ideal für einen kurzen Bummel am späten Nachmittag oder Abend.

The Glass House Silver: Stilvolles Restaurant am Wasser mit entspannter Atmosphäre, Seafood, Thai- und internationalen Gerichten. Besonders schön zum Abendessen, wenn das Licht weicher wird.

Tahitian Queen Rock’n’Roll Bar: Klassische Bar auf der Beach Road mit Rockmusik, Drinks und alter Pattaya-Atmosphäre. Eine gute Alternative zu modernen Clubs und lauten EDM-Locations.

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