07:30 Uhr – Kaffee, Sonnencreme und ein früher Plan
Der Montag beginnt früher als gewöhnlich. Ich sitze beim Frühstück, noch etwas verschlafen, aber mit diesem leichten Kribbeln im Bauch, das nur ein Inseltag auslösen kann. Heute soll es nach Koh Larn gehen – raus aus Pattaya, rüber aufs Wasser, ein bisschen Meer, ein bisschen Strand, ein bisschen Abenteuer.
Beim Kaffee treffe ich Mali, eine Thai-Frau Mitte 20 mit langen schwarzen Haaren und einem wachen, frechen Blick. Sie steht an der Obsttheke, nimmt sich Papaya und Ananas und sieht auf meine Tasche. „Beach day?“ fragt sie. Ich nicke. „Koh Larn.“ Sofort hellt sich ihr Gesicht auf. „Good choice. But go early. Later too many people.“
Damit ist klar: Ich fahre nicht allein.
08:45 Uhr – Fahrt zum Bali Hai Pier
Wir nehmen ein Baht-Bus-Taxi Richtung Bali Hai Pier. Pattaya ist schon wach: Motorräder schieben sich durch den Verkehr, Händler öffnen ihre Stände, irgendwo riecht es nach gegrilltem Schwein und Kaffee. Am Pier ist ordentlich Betrieb. Touristen mit Strandtaschen, Paare mit Selfie-Sticks, Gruppen von Thais, die Kühlboxen und bunte Taschen dabeihaben.
Mali zeigt auf die Boote und erklärt mir, dass man entweder mit der Fähre oder schneller per Speedboat rüberkommt. Wir entscheiden uns für die Fähre. Kein Stress, kein Luxus, einfach langsam übers Wasser. Genau richtig für einen Montag.
09:30 Uhr – Überfahrt nach Koh Larn
Als die Fähre ablegt, bleibt Pattaya langsam hinter uns zurück. Die Hochhäuser wirken vom Wasser aus plötzlich kleiner, fast friedlich. Der Wind ist warm, aber angenehm. Mali setzt sich neben mich, lässt die Haare im Fahrtwind tanzen und sagt: „From here Pattaya looks innocent.“ Ich lache. „Only from far away.“
Die See ist ruhig, kleine Wellen schlagen gegen den Rumpf, und irgendwo schreit eine Möwe. Ich merke, wie der Lärm der Stadt aus meinem Kopf verschwindet.
10:20 Uhr – Ankunft auf Koh Larn
Auf Koh Larn angekommen, nehmen wir ein Songthaew weiter Richtung Tawaen Beach. Die Straße führt über kleine Hügel, vorbei an Häusern, Rollern, Hunden im Schatten und kleinen Läden. Dann öffnet sich plötzlich der Blick auf türkisfarbenes Wasser.
Tawaen Beach ist lebhaft, aber schön. Weißer Sand, klare Brandung, bunte Sonnenschirme. Wir suchen uns einen Platz etwas abseits vom Trubel. Mali zieht ihre Sandalen aus und läuft sofort zum Wasser. „Come on, farang, not only look!“ ruft sie lachend.
Ich folge ihr, natürlich ohne Hut im Wasser – nur mit Ray-Ban, denn manche Prinzipien bleiben.
11:30 Uhr – Baden, Lachen und kleine Fische
Das Wasser ist warm und klar. Kleine Fische huschen um unsere Beine, während wir langsam hineingehen. Mali spritzt mir Wasser entgegen, ich tue empört, aber sie lacht nur noch mehr. Für eine Weile gibt es nichts anderes: kein Verkehr, keine Termine, kein Denken. Nur Sonne, Meer und dieses leichte Urlaubsgefühl, das man nicht planen kann.
Später liegen wir im Schatten, trinken kalte Kokosnüsse und beobachten die Boote draußen auf dem Wasser. Mali erzählt von ihrer Kindheit in Chonburi, von Familienausflügen ans Meer und davon, dass sie als Kind immer Angst vor Quallen hatte. „Now I fear only bad karaoke,“ sagt sie trocken. Ich verschlucke mich fast an meiner Kokosnuss.
13:30 Uhr – Mittagessen am Strand
Zum Mittag setzen wir uns in ein einfaches Strandrestaurant. Plastikstühle, Ventilatoren, Meerblick – mehr braucht es nicht. Wir bestellen gegrillte Garnelen, gebratenen Reis mit Krabben, Som Tam und eine Schale Tom Yum. Der Duft von Limette, Chili und gegrilltem Seafood liegt in der Luft.
Mali zeigt mir, wie man die Garnelen richtig schält, ohne die Hälfte auf dem Teller zu verteilen. Ich scheitere trotzdem halbwegs elegant. „You improve,“ sagt sie großzügig, obwohl ich genau sehe, dass sie sich das Lachen verkneift.
15:30 Uhr – Rollerfahrt zum Aussichtspunkt
Am Nachmittag mieten wir einen Roller mit Fahrer und fahren zu einem Aussichtspunkt über der Insel. Von oben sieht Koh Larn fast unwirklich aus: grüne Hügel, helle Strände, Boote wie kleine Spielzeuge im Wasser. Pattaya liegt in der Ferne wie eine andere Welt.
Wir bleiben eine Weile dort oben. Mali macht Fotos, aber nicht hektisch – eher ruhig, als wolle sie den Moment wirklich behalten. Ich stehe daneben, schaue aufs Meer und denke: Genau solche Tage machen dieses Tagebuch wertvoll. Nicht nur Bars, nicht nur Nachtleben, sondern diese kleinen Zwischenräume, in denen Thailand leise wird.
17:00 Uhr – Zurück nach Pattaya
Die Rückfahrt mit der Fähre ist ruhiger. Die Sonne steht tiefer, das Wasser glänzt silbern. Mali wird stiller, lehnt sich zurück und schließt kurz die Augen. Ich genieße den Fahrtwind und diesen angenehmen Zustand zwischen Müdigkeit und Zufriedenheit.
19:30 Uhr – Abendessen auf dem Jomtien Night Market
Zurück in Pattaya fahren wir nicht direkt ins Hotel, sondern weiter nach Jomtien. Der Jomtien Night Market ist genau der richtige Abschluss: Lichterketten, Grillrauch, Musik, Stände mit Kleidung, Früchten, Seafood und Desserts. Wir holen uns Satay-Spieße, gegrillten Tintenfisch, Mango Sticky Rice und zwei frische Säfte.
Wir sitzen an einem einfachen Tisch, während um uns herum Menschen lachen, Kinder mit Eisbechern vorbeilaufen und irgendwo ein Straßenmusiker einen alten Popsong spielt. Mali hebt ihren Saft und sagt: „Good Monday, right?“
Ich schaue auf die Lichter, rieche den Grillrauch und nicke. „Very good Monday.“
21:30 Uhr – Zurück ins Hotel
Der Tag endet ohne große Party, aber mit Sand an den Füßen, Salz auf der Haut und einem breiten Grinsen. Koh Larn war genau das, was ich gebraucht habe: Meer, Ruhe, Lachen und ein Abend voller Streetfood. Pattaya kann laut sein, wild und verrückt – aber heute war es einfach nur schön.

📍 Location-Infos
- Koh Larn – Insel vor Pattaya, erreichbar ab Bali Hai Pier per Fähre oder Speedboat; die Fähre dauert etwa 40–45 Minuten und ist die klassische günstige Variante.
- Tawaen Beach – Einer der bekanntesten Strände auf Koh Larn, mit Strandrestaurants, klarem Wasser und viel Tagesbetrieb.
- Jomtien Night Market – Abendmarkt an der Jomtien Beach Road mit Streetfood, Kleidung, einfachen Sitzbereichen und typischer Pattaya-Abendstimmung; mehrere aktuelle Besucherquellen nennen tägliche Öffnungszeiten etwa von 17:00 bis 23:00 Uhr.



